Just-in-time: Automatisierte Produktion individueller Bürostühle
DruckversionDiesen Artikel weiterempfehlenAls international etablierter Hersteller von Büro- und Sitzmöbeln weiß man bei der Schweizer Firma SITAG AG ganz genau, was Kunden wünschen. Hochwertiges Design und hohe Qualität zu günstigen Preisen. Um dies zu erreichen, hat sich SITAG auf die Fahnen geschrieben, bereits ab der Entwicklung alle herstellungsrelevanten Aspekte gebührend zu berücksichtigen, durch die Auftrags- und JIT-gesteuerte Produktion sowohl das umlaufende Kapital als auch die Lagerhaltung in Form von Fertigware auf ein Minimum zu reduzieren und darüber hinaus die Qualität zu sichern.
Ausgangslage/Aufgabenstellung
Gleichzeitig wird immer besseres Design und höhere Qualität zu einem immer besseren Preis-/Leistungsverhältnis erwartet. Aus diesem Grund wurde am Standort Sennwald mit einem hohen Automatisierungsgrad unter anderem die Produktion von Bürostühlen für die gesamte SITAG International konzentriert. Heute stellen auf dieser Basis 170 Mitarbeiter/innen auf einer Produktionsfläche von rund 30.000 m² pro Jahr sowohl tausende von Büromöbeln als auch rund 120.000 Bürostühle her. Der Roboter als Effizienz-Pusher Der Roboter übernimmt alle kritische Arbeiten In der Konsequenz bedeutete dies das Investment in hoch leistungsfähige und gleichzeitig hoch flexible Produktions-Einrichtungen. RealisationIn enger Zusammenarbeit der SITAG AG mit der Firma Sonderer GmbH aus der Schweiz, einem erfahrenen Sondermaschinen-Hersteller sowie dem Roboter-Hersteller KUKA, entstand eine integrierte Roboterzelle für die komplette Applikation und Vormontage der Baugruppe Rückenlehne der Bürostuhlserie DL 200. Die Stuhlfamilie DL 200 existiert dabei in verschiedenen Farb-Varianten des Rücklehnenrahmens und des Rückenlehnen-Gewebes. Um höchste Flexibilität in der Produktion zu gewährleisten, war es nötig, alle diese Varianten in der Roboterzelle "chaotisch" fertigen zu können. In der Praxis sollte Stückzahl 1 realisierbar sein. Die gemeinsam entwickelte Roboterzelle war in einer ersten Version wie folgt aufgebaut: Der Arbeitsablauf gestaltet sich dabei wie folgt: Nach dem Pressen und Aushärten des Klebers fährt der Schiebetisch in die Schneidposition und der Roboter schneidet hier das überstehende Gewebe ab. Der Schiebetisch fährt zurück in die Ausgangs- und Beschickungs-/Entnahmeposition und der Werker setzt den Rahmen mit dem Gewebe auf den zweiten (rechten) Schiebetisch. Als nächstes erfolgt das erneute Beleimen mittels des Roboters, das Ausfahren in die Ausgangsposition, das Auflegen des Deckels von Hand, das Einfahren in die Pressstation, das nunmehr kürzere Verharren zum Pressen/Aushärten, das manuelle Umsetzen mit anschließendem Verfahren in die Bohrposition, das Bohren von Verbindungslöchern mittels Roboter und das manuelle Verschrauben in der Schraubstation. Zu guter Letzt wird die fertige Rückenlehne aus der Aufnahme entnommen und in einem Transportbehälter abgelegt. Der Roboter übernimmt in diesem Fall nicht wie ansonsten üblich das Teile-Handling, sondern er ist bis auf das Verschrauben für alle anfallenden Bearbeitungen zuständig. Mit Robotik und Automation zu mehr Wettbewerbskraft "Für den Robotereinsatz sprachen sowohl funktionale als auch technische Gründe wie mehr Produktivität, mehr Qualität, hohe Flexibilität, geringere Qualitätsprobleme, Vermeidung von Baugruppen-Vorratshaltung und Lagerbestand und eine insgesamt höhere Wirtschaftlichkeit", so Paul Brunner, zuständig für die Produktion bei SITAG in seinem Resümee. Benötigte die Produktion von Bürostühlen (Nähen, Polstern, Montage) früher drei Wochen Durchlaufzeit und setzte außerdem eine große Menge an umlaufendem Material voraus, so wird heute ein Stuhl in drei Tagen gefertigt und ist sofort ausgeliefert. Mit der neuen Konfiguration ist SITAG nunmehr in der Lage 120.000 Stühlen pro Jahr zu fertigen, was einem Durchsatz von 2.400 Stück pro Woche entspricht. Die Roboterzelle trägt somit gleich in mehrfacher Hinsicht zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der SITAG bei, zumal es in den beiden vergangenen Jahren so gut wie keine Verfügbarkeits-Probleme gab und man bei der SITAG auch bezüglich der technischen Unterstützung und des Services sehr zufrieden ist. Systemkomponenten/AuftragsumfangDie Roboterzelle besteht aus Ergebnis/ErfolgPro Jahr werden allein von diesem Modell DL 200 an die 20.000 verschiedene Stühle bzw. Rückenlehnen hergestellt, was je nach Auftragseingang mittels der Roboterzelle und 1 oder 2 Bedienpersonen problemlos im 1- oder 2-Schichtbetrieb zu bewältigen ist. Die Kombination aus manuellem Teilehandling und manueller Bearbeitung plus robotergestütztem Werkzeughandling und somit automatischer Bearbeitung erweist sich laut Paul Brunner als ideal, weil kritische Arbeiten reproduzierbar genau ausgeführt werden und der Roboter während dem manuellen Handling sämtliche Verrichtungen vornehmen kann, weshalb so gut wie keine Stillstand-Zeiten zu verzeichnen sind. Ansprechpartner
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In Hinblick auf Funktionalität und Qualität für mehr Arbeitseffizienz kommt heute Büromöbeln - und hier vor allem Bürostühlen - eine ganz entscheidende Rolle zu, zumal die meisten Arbeiten im Sitzen erledigt werden. Einfache Bedienung und ansprechendes Design sind gefragt, denn das Ambiente im Büro oder am Arbeitsplatz soll stimmen und die Motivation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesteigert werden.

