Sechsachs-Roboter konkurrieren mit der Präzision einer Stanze
DruckversionDiesen Artikel weiterempfehlenFür die beiden Fertigungslinien, die heute Stoßfänger und Seitenschweller für den Chrysler PT Cruiser und den Audi A4 Cabrio herstellen, suchte der Automobilzulieferer Decoma eine zukunftsweisende Handling-Lösung. Bis dato verwendete Decoma bei Produktion von Stoßfängern aus Überzeugung Lineargeräte, die mit einer Stanze kombiniert waren.
Ausgangslage/Aufgabenstellung
RealisationAls Automatisierungslösung mit der geforderten Flexibilität kamen nur Konsolroboter in Frage, die zu zweit auf der Spritzgießmaschine sitzen und somit ihre Aufträge platzsparend von oben abarbeiten. Produziert die Spritzgießmaschine Stoßfänger, entnahm der jeweilige Roboter den fast vier Kilogramm wiegenden Stoßfänger aus der Spritzgießmaschine und führte ihn der bestehenden Stanze zu. Wie erwartet schränkte die Stanze die Flexibilität der Gesamtkonzeption jedoch nachhaltig ein. Im Praxiseinsatz hatten die Roboter beim Handling der Stoßfänger in dieser Phase jedoch belegt, dass sie trotz der hohen Traglast in der Lage sind, komplexe Bewegungen im 2/10 mm Bereich präzise auszuführen. Auf der Basis dieser Erfahrung, und um die größtmögliche Flexibilität im gesamten Fertigungsprozess zu erreichen, Im modifizierten Prozess entnehmen die Konsolroboter den Stoßfänger und legen ihn mit den Wangen nach unten auf eine formschlüssige Vorrichtung. Dort entgratet er die Filmangüsse - auch im Sichtbereich - mit einer an seinem Greifer befestigten Schneidklinge mit einer Genauigkeit von 2/10 mm. Die Angüsse fallen in einen Entsorgungsbehälter. Der Roboter übergibt nun den Stoßfänger an ein Förderband, auf dem das Teil den Sicherheitsbereich verlässt. Fertigt Decoma Schwellerverkleidungen, setzt der Roboter das Paar der Verkleidungen, das er gerade aus der Spritzgießmaschine entnommen hat, auf einem Tisch ab. Der mit 14 Messern versehene Tisch verfährt daraufhin und schneidet dabei, während der Roboter die Schwellerverkleidungen fixiert, alle 14 Angüsse gleichzeitig ab. Mit Zangen hält der Robotergreifer unterdessen auch die Angüsse fest. Dann legt er die Verkleidungen ebenfalls auf den Förderer und wirft die Angüsse in einen Behälter. Beim Handhaben der Stoßfänger und Schwellerverkleidungen überwacht die Robotersteuerung, durch eine in den Greifer integrierte Vakuumtechnik, ob der Roboter das Teil gegriffen hat. Systemkomponenten/AuftragsumfangDie Anlage bei Decoma wurde durch den KUKA-Systempartner DAT Automatisierungstechnik GmbH realisiert. Zur Automatisierung der Kraus-Maffei Spritzgießmaschine kamen zwei KUKA-Konsolroboter Typ KR 150 K, die mit speziellen aus Standardkomponenten konstruierten Greifern ausgerüstet wurden. Gesteuert und synchronisiert wird die Anlage mit einer Ergebnis/ErfolgHöhere Leistung Platzvorteile Dadurch besteht die Möglichkeit, den Maschinenpark wesentlich kompakter anzuordnen. Überdies bleibt die Spritzgießmaschine sowohl von der Bedien- als auch von der Bediengegenseite frei zugänglich, sodass sich der Prozessablauf stets gut beobachten lässt. Außerdem wird der Aufwand für Schutzeinhausungen verringert. Wirtschaftlichkeit Ansprechpartner
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Gefragt war ein Wechsel von der "starren" Automation hin zu einer hohen Flexibilität. Abgesehen davon forderte Decoma vor allem Wiederholgenauigkeit, kurze Zykluszeiten und eine permanente Verfügbarkeit, und das im Drei-Schicht-Betrieb an sechs Tagen pro Woche. Das Aufgabenspektrum besteht im Handling von Stoßfängern und Schwellerverkleidungen nach dem Spritzgießprozess sowie im Entgraten der Filmangüsse. Speziell beim Entgraten setzte Dekoma noch auf die bewährte Präzision eine Stanze, die in die Anlage integriert werden sollte.

