Flexible Roboterintegration
Durch flexible Integrationsmöglichkeiten von spezialisierten 6-Achs-Knickarmrobotern in vorgegebene Fertigungsprozesse in der Kunststoff-Industrie lassen sich Projekte schnell und effizient realisieren. Durch die große Bandbreite der mittlerweile erhältlichen spezialisierten Robotertypen findet sich auch für schwierige Aufgaben und Bedingungen, wie z. B. niedrige Deckenhöhen oder Reinraumapplikationen die richtige Lösung.
Optimale Roboterplatzierung Grundsätzlich kommen bei der Automatisierung von Spritzgießmaschinen mit Knickarmrobotern vier unterschiedliche Aufbauarten in Frage, die sich im Wesentlichen in der Platzierung der Roboter unterscheiden: Roboter auf der Bedienseite oben Roboter auf der Bediengegenseite oben Roboter auf der Bediengegenseite unten Sonderplatzierungen
Roboter auf Bedienseite oben Der Roboter wird bei dieser Variante auf eine Werkzeugaufspannplatte auf der Bedienseite der Spritzgießmaschine platziert. I. d. R. kommen bei dieser Platzierung Konsolroboter mit einer großen Reichweite nach unten zum Einsatz.
Bei Positionierung des Konsolroboters auf der SGM ist es empfehlenswert, dass die Einspeisung des Roboters (Energieversorgung, Datenleitung) von hinten erfolgt, da der Bereich über dem Spritzaggregat zur Entnahme nicht benötigt wird.

1. Fahrbare Platte 2. Form 3. Maschinenholm 4. Feststehende Platte 5. Spritzeinheit 6. Schutzeinhausung Maschine 7. Gang mit Überkopfschutz 8. Türe 9. Schutzeinhausung 10. Bandsystem
Vorteile: • Kürzere Entnahmezeit • Platzsparend • Entnahme bei geschlossener Schutztür • Sicherheit für Bedienpersonal • Übersichtlich • Bedienerfreundlich
Nachteile: • Zugang über zusätzliche Wartungsbühne
Roboter auf Bediengegenseite oben Der Roboter wird bei dieser Variante auf eine Werkzeugaufspannplatte auf der Bediengegenseite der Spritzgießmaschine platziert.
Bei Positionierung des Konsolroboters auf der SGM ist es empfehlenswert, dass die Einspeisung des Roboters (Energieversorgung, Datenleitung) von hinten erfolgt, da der Bereich über dem Spritzaggregat zur Entnahme nicht benötigt wird. Der Vorteil dieser Platzierung besteht im besseren Zugang zur Maschine. Dies ist insbesondere bei einem Formenwechsel vorteilhaft, da der Zugang zur Maschine nicht durch den Gang der Schutzeinhausung erfolgen muss. Des Weiteren kann bei dieser Platzierung kompakter und somit Platz sparender gebaut werden.

1. Bandsystem 2. Schutzeinhausung 3. Tür 4. Spritzeinheit 5. Schutzeinhausung Maschine 6. Feststehende Platte 7. Form 8. Fahrbare Platte
Vorteile: • Kürzere Entnahmezeiten • Platzsparend • Entnahme bei geschlossener Schutztür • Sicherheit für das Bedienpersonal Übersichtlich
Nachteile: • Zugang bei Wartung • Bedienerunfreundlich
Roboter auf Bediengegenseite unten Der Roboter wird bei dieser Variante am Boden neben der Maschine platziert.
Bei der Platzierung auf dem Boden ist darauf zu achten, dass die Schutzeinhausung der Roboterzelle die gleiche technische Sicherheitsausführung wie die Spritzgießmaschine erhält, da die Teile bei geöffneter Schutztür entnommen werden müssen. Aufgrund der erhöhten Sicherheitsvorkehrungen bringt diese Lösung i. a. große Nachteile mit sich. Sie wird i. d. R. nur dann gewählt, wenn bei bestehenden Maschinen eine nachträgliche Integration auf der Maschine nicht mehr möglich ist.

1. Bandsystem 2. Schutzeinhausung 3. Tür 4. Spritzeinheit 5. Schutzeinhausung Maschine 6. Feststehende Platte 7. Form 8. Fahrbare Platte
Vorteile: • Gute Zugänglichkeit bei Wartung • Einsatz an kleinen Spritzgießmaschinen • Nachrüsten bestehender Automatisierungslösungen • Niedere bis mittlere Schließkraftbereiche Ideal für niedrige Hallen oder Reinräume
Nachteile: • Längere Entnahmezeiten • Mehr Stellfläche • Bedienerfreundlichkeit • Absicherung der SGM Türe Bediengegenseite
Sonderplatzierungen Neben den oben genanten drei möglichen Varianten der Roboterplatzierung gibt es eine Vielzahl von individuellen Lösungen. Knickarmroboter sind durch ihre Flexibilität und Beweglichkeit im 3-D-Raum vielseitig einsetzbar. Mit Hilfe von Linearschlitten lässt sich der Arbeitsraum enorm erweitern. Die Entnahme von oben eignet sich besonders bei Spritzgießmaschinen mit starkem Schwingungsverhalten.
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Zentrales Steuerungskonzept
Von Seiten der Hersteller besteht das gemeinsame Bestreben, die Schnittstellen zwischen den Maschinen und anderen Komponenten zu standardisieren, um die Integration zu erleichtern. Ziel der Normierung der Schnittstellen liegt in der Beschleunigung der Arbeitsprozesse. Durch intelligente Schnittstellen sind die Roboter der Firma KUKA Roboter GmbH in Augsburg in der Lage, zusammen zu arbeiten und somit mehrere Arbeitsschritte nacheinander zu synchronisieren (kooperierende Roboter = Link). Auch die Steuerung des Augsburger Herstellers ist integraler Bestandteil von Lösungen, die damit Peripherieelemente und z. T. Linearportale oder Mischformen (Linearportale + Knickarmroboter) unterstützen. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat sich das Ziel gesetzt, einheitliche Schnittstellen und Normen durchzusetzen sowie für diese Normen eine Normkontrolle durchzuführen. Ein Ergebnis dieses Bestrebens ist die Schnittstelle Euromap 67 (als „Nachfolgerin“ der Schnittstelle Euromap 12). Auch diese Schnittstellen werden von den Robotern der KUKA Roboter GmbH bereits heute unterstützt. Grundsätzlich ist die Öffnung der Steuerungen für erweiterte Sensor- und Messtechnik die Voraussetzung für die Mensch-Maschine-Kooperation. Für die Zukunft wird deshalb eine weitere Öffnung der Systeme prognostiziert, um das Zusammenspiel noch weiter auszubauen und zu erleichtern.zum Seitenanfang |